Rainbow Spirit Magazin Herbst 1998

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Künstlerporträt:
Hermann Münch


Hermann Münch ist ein bemerkenswerter Mensch, Gärtner und Künstler.

Sein spiritueller Weg, seine Gartenarbeit und die Malerei sind immer miteinander einher gegangen. Diese drei Teile seines Lebens bereichern und ergänzen sich ständig gegenseitig. Sein Leben ist der konsequente Versuch zur Ganzheit, zur Einheit zu finden.
Hermann Münch verdient seinen Lebensunterhalt als Gärtner und es ist eben die Einfachheit und die Naturverbundenheit des Gärtners, die dem Menschen und Künstler Inspiration, Kraft und immer wieder tiefe Einsicht schenkt.
Es ist wiederum der Künstler, der sich in seiner Arbeit mit Blumen und Pflanzen ausdrückt und es ist der Mensch, der Bewußtsein und Liebesfähigkeit in der Auseinandersetzung mit der Natur und der Kunst gewinnt.
Der Künstler Münch stellt seine Bilder jedes Jahr an Pfingsten in der Kunstausstellung des Rainbow Spirit Festivals aus, während der Gärtner sich um die Pflanzen im Kongresshaus kümmert oder wie letztes Jahr einen Bambuspavillion gestaltet und der Mensch uneigennützig und liebevoll Atmosphäre und Geschehen mitträgt.
Einen kleinen Geschmack von seiner künstlerischen Arbeit geben wir auf diesen zwei Seiten wieder. Wer ihn kennenlernen will sollte persönlich Kontakt mit ihm aufnehmen oder zum nächsten Rainbow Spirit Festival Pfingsten 1999 kommen.

Hermann Münch
Am Volkersgrund 13, 76857 Völkersweiler, Tel: 06346-5915

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Am Anfang steht das Chaos.
Was wird es werden?
Eine innere Unruhe breitet sich aus.
Spannung auf das, was da geboren wird.
Ich bin alleine.

Die Spannung der Zeit schreibt das,
was heraus will, das, was geboren sein will – das, was drinnen ist, drängt ans Licht.

Es will gesehen werden, es will enträtselt sein, dieses Chaos, es will, daß man es lesen kann, Seite für Seite. –
Ja, so ist es; wie wenn du ein Buch liest,
von dem du nicht weißt, was drinnen steht,
wo du nicht weißt, was für eine Szene
der nächste Satz sagt, was für eine Szene
der nächste Absatz preisgibt, was für ein Bild das gerade Gelesene in dir entstehen läßt – weiter und weiter …

Stufe für Stufe will es gegangen sein,
die eine leichter, die andere schwerer,
die eine mit einem Lachen auf dem Gesicht,
mit einem beschwingten Fuß,
die andere mit einer Träne in den Augen,
mit einem schleppenden Schritt.

Und so formt sich ein Weg, ein Weg,
der von deinem Inneren vorgegeben ist,
der nur noch gegangen sein will, manchmal für Stunden, manchmal für Tage und Wochen – ja, bis – bis die Reise zu Ende ist,
bis das Buch gelesen, bis das Bild,
das Gemalte, vollendet ist.

Man sitzt da, ruht sich aus, betrachtet
leergeschöpft, erfüllt, das Fertige,
das man geschaffen hat, schaut auf das Kind, das man geboren hat und bemerkt,
daß es eigentlich nicht mehr sein eigenes ist.
Es gehört einem nicht mehr alleine.

Es gehört jetzt jedem, jedem, der es
betrachten möchte, jedem, der jetzt
selbst sich in dem Geschauten sieht,
sich selbst in dem Gezeigten erkennt,
seinen eigenen Weg, seine eigene Reise,
ja, sogar seine Seele.

Vielleicht schlägt der Betrachter eine Seite
seines eigenen Buches auf, eine Seite,
die er wiedererkennt, eine Seite,
die er so noch nie gesehen hat, eine Seite,
die in ihm etwas öffnet und ihn weiterträgt.

Man entdeckt sich selbst als Schöpfer
und als ein Glied der großen Schöpfung.

 

 
   

 

 

 

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